Ein warmes Porridge kann schlicht sein – oder so aromatisch, dass man sich schon beim ersten Löffel fragt, warum Frühstück eigentlich so oft langweilig ausfällt. Dieses Dinkel-Porridge kombiniert nussigen Dinkel mit weich geschmorten Äpfeln, Kardamom, etwas Ingwer und gerösteten Cashews. Die Idee lehnt sich an Wahe Guru an, ein veganes Frühstück, das früher bei Till The Cows Come Home in Berlin auf der Karte stand.
Die historische Vorlage bestand aus Dinkel-Porridge mit karamellisierten Kardamom-Äpfeln, Ingwer und gerösteten Cashews. Unsere Version bleibt dieser Idee nah, ist aber so ausgearbeitet, dass sie in einer normalen Küche zuverlässig funktioniert. Wer mehr über die ursprüngliche Karte erfahren möchte, findet die Gerichte auf unserer historischen TTCCH-Speisekarte.
Warum Dinkel-Porridge mit Apfel so gut funktioniert
Dinkel hat mehr Eigengeschmack als viele klassische Porridge-Grundlagen. Die leicht nussige Note verträgt sich hervorragend mit süß-säuerlichen Äpfeln. Kardamom bringt eine warme, fast zitronige Würze dazu, während frischer Ingwer verhindert, dass das Frühstück zu süß wirkt. Die Cashews sorgen am Ende für den notwendigen Biss.
Entscheidend ist, die Komponenten nicht einfach gemeinsam in einen Topf zu werfen. Das Porridge soll cremig sein, während die Äpfel ihre Form behalten und leicht karamellisieren. Deshalb werden beide Teile getrennt zubereitet und erst in der Schale zusammengebracht.
Zutaten für 2 Portionen
Für das Dinkel-Porridge
- 100 g Dinkelflocken
- 300 ml ungesüßter Haferdrink
- 100 ml Wasser
- 1 Prise Salz
- 1/2 TL gemahlener Kardamom
- 1 TL Ahornsirup, optional
Für die Kardamom-Äpfel
- 2 mittelgroße Äpfel, möglichst säuerlich
- 1 TL neutrales Öl oder vegane Margarine
- 1 TL Ahornsirup
- 1/2 TL Kardamom
- 1 kleines Stück frischer Ingwer, fein gerieben
- 1 TL Zitronensaft
- 30 g Cashews
Zubereitung
- Cashews rösten: Die Cashews ohne Fett in einer Pfanne bei mittlerer Hitze rösten, bis sie duften und leicht Farbe bekommen. Herausnehmen und grob hacken.
- Äpfel vorbereiten: Äpfel vierteln, entkernen und in ungefähr 1 cm große Stücke schneiden. Die Schale kann bleiben; sie bringt Farbe und Struktur.
- Äpfel karamellisieren: Öl oder Margarine in der Pfanne erhitzen. Äpfel 3 bis 4 Minuten anbraten. Ahornsirup, Kardamom und Ingwer zugeben und weitere 2 bis 3 Minuten braten. Die Stücke sollen weich werden, aber nicht zerfallen. Mit Zitronensaft abschmecken.
- Porridge kochen: Dinkelflocken mit Haferdrink, Wasser, Salz und Kardamom in einen Topf geben. Unter regelmäßigem Rühren etwa 6 bis 8 Minuten sanft köcheln lassen. Bei Bedarf etwas Flüssigkeit nachgießen.
- Anrichten: Das cremige Porridge auf zwei Schalen verteilen. Die warmen Äpfel daraufgeben und mit den gerösteten Cashews bestreuen.
Welche Äpfel passen am besten?
Für dieses Rezept sind Sorten ideal, die Säure und eine gewisse Festigkeit mitbringen. Boskoop, Elstar oder Braeburn funktionieren gut. Sehr mehlige Äpfel zerfallen in der Pfanne schnell und ergeben eher ein Kompott. Das schmeckt zwar ebenfalls, nimmt dem Gericht aber den spannenden Kontrast zwischen cremigem Porridge und den einzelnen Apfelstücken.
So wird das Porridge wirklich cremig
Der häufigste Fehler ist zu hohe Hitze. Dinkelflocken brauchen keine kräftige Kochtemperatur. Sobald die Flüssigkeit heiß ist, reicht sanftes Köcheln. Rühren löst Stärke aus den Flocken und macht die Mischung cremig. Wenn das Porridge beim Stehen zu fest wird, einfach noch einen kleinen Schluck Haferdrink unterrühren.
Wer morgens wenig Zeit hat, kann die Kardamom-Äpfel bereits am Vorabend vorbereiten. Im Kühlschrank halten sie sich zwei bis drei Tage. Das fertige Porridge lässt sich ebenfalls aufwärmen, benötigt danach allerdings zusätzliche Flüssigkeit.
Varianten für jeden Morgen
Statt Cashews passen Walnüsse oder Mandeln. Birnen funktionieren im Herbst ebenso gut wie Äpfel. Wer es weniger süß möchte, lässt den Ahornsirup vollständig weg; reife Früchte bringen meist genug Süße mit. Für mehr Frische passen ein paar Beeren, für mehr Würze eine kleine Prise Zimt.
Das Grundprinzip lässt sich außerdem saisonal weiterdenken. Genau darum geht es in unserer saisonalen Küche: nicht ständig neue Spezialzutaten kaufen, sondern mit dem arbeiten, was gerade aromatisch verfügbar ist.
Ist Dinkel-Porridge vegan?
Diese Version ist vollständig vegan, solange ein pflanzlicher Drink verwendet wird. Haferdrink passt geschmacklich besonders gut, Mandel- oder Sojadrink funktionieren ebenfalls. Wer weitere pflanzliche Ideen sucht, findet sie in unserer Sammlung veganer Rezepte.
TTCCH-Klassiker neu gedacht
Wahe Guru zeigt sehr schön, was an der damaligen TTCCH-Küche spannend war: Es braucht nicht zwanzig Zutaten, um etwas Eigenständiges zu kochen. Ein Getreide, ein gutes saisonales Obst, zwei charaktervolle Gewürze und etwas Knuspriges reichen aus. Genau diese Idee möchten wir mit den neuen TTCCH-Rezepten wieder aufgreifen.
Mehr Inspiration für den Morgen gibt es außerdem bei unserem Schwerpunkt gesundes Frühstück und auf der zentralen Seite Rezepte.

